In der teuren Schweiz produzieren und in Afrika verkaufen? Was paradox klingt, ist das Geschäftsmodell von Matthias Heé und seiner St. Galler Firma Okutex. Der Familienbetrieb erzielt 80 Prozent seines Umsatzes in Westafrika – mit Stoffen und Stickereien, die weitgehend in der Schweiz hergestellt werden, teils in Heimarbeit.

Feilschen um den Preis

Auch wenn die senegalesischen Händler die Qualität der Schweizer Stoffe und Stickereien schätzen: Der Preis ist während der Besuche, die Matthias Heé bei seinen Kunden absolviert, immer wieder Thema. Bis zu 30 Franken pro Laufmeter verlangt Okutex für seine Stoffe. «Der Preis ist schon etwas hoch. Unser Land ist unterentwickelt», sagt Textilunternehmer Issa Sene in Dakar. «Aber wir lieben Qualität – Schweizer Qualität.» In Westafrika sind hochwertige Kleider Statussymbole.

Markt mit Potential

Vor rund 30 Jahren sei eine Kundin aus Nigeria nach St. Gallen gekommen und habe Gefallen an den Schweizer Stoffen gefunden, berichtet Geschäftsführer Matthias Heé. Das habe den Stein ins Rollen gebracht. Mittlerweile ist Afrika der wichtigste Markt für Okutex. Bisher kamen die Kunden aber immer nach St. Gallen, um einzukaufen. «Wir hätten viel früher herkommen sollen», sagt Heé denn am Ende seiner 3-tägigen Reise nach Senegal, auf die «ECO» ihn begleitet hat.

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