Eritrea wird seit Jahrzehnten mit diktatorischer Macht durch Isayas Afewerki beherrscht. Alle Einwohner sind gezwungen, Militärdienst zu leisten, den sogenannten National Service, und zwar auf unbestimmte Zeit. Der Staat kann die Dienstpflichtigen so lange behalten, wie er will. Wer flieht, gilt als Deserteur und kommt ins Gefängnis. Fehlende Perspektiven, Unterdrückung und laut Amnesty International auch Folter führen dazu, dass Zehntausende von Eritreern trotz grosser Risiken die gefährliche Flucht ins Ausland antreten, viele wollen in die Schweiz. Im Juni 2012 stimmte das Schweizer Stimmvolk über die Abschaffung des Botschafts-Asyls und die Abschaffung der Dienstverweigerung als Asylgrund ab. Aus diesem Anlass schickte mich die “Rundschau” des Schweizer Fernsehens nach Eritrea, um einen Augenschein zu nehmen und Beispiele für den National Service zu sammeln. Kein einfaches Unterfangen, gilt Eritrea doch laut Reporter ohne Grenzen als das Land, das punkto Meinungs- und Pressefreiheit weltweit auf dem letzten Platz (hinter Nordkorea) fungiert. Möglich wurde die Reise nur, weil der Schweizer Arzt und Honorarkonsul Toni Locher mich nach Eritrea mitnahm. Locher notabene ist ein guter Bekannter Afewerkis, des Dikators. Es wurde meine bisher schwierigste Reportage.

 

Im Anschluss an die Reportage folgte ein Streitgespräch zwischen Silvia Schenker, Basler SP-Nationalrätin, und Heinz Brand, Bündner SVP-Nationalrat.

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