Katrin Theodoli baut Motorboote, welche zu den schnellsten und luxuriösesten gehören. Als die Schweizerin vor 25 Jahren in Miami die Magnum-Werft übernahm, glaubte niemand an ihren Erfolg.                                                                                                                           .

Könige, die darauf abfahren

Was haben der König von Schweden, der Emir von Kuwait und Popstar Lenny Kravitz gemeinsam? Eine Magnum. Ein Motorboot – zwischen 15 und 30 Meter lang – und schon in der kleinsten Ausführung mit mehreren tausend PS ausgestattet. Leistung und Luxus sind die Hauptmerkmale von Magnum, welche seit den 60er-Jahren in der gleichnamigen Werft in Miami gebaut werden. “Viele meiner Kunden sind zu persönlichen Freunden geworden”, sagt Katrin Theodoli, Inhaberin und CEO der Werft. Sie erzählt die Anekdote, wie ihre Sekretärin glaubte, ein Scherzkeks am Telefon zu haben, als eine Männerstimme behauptete, Juan Carlos, der König von Spanien, zu sein. Er war es tatsächlich.

Der Apfel fiel weit vom Stamm

Katrin Theodoli kam in Zürich zur Welt. Ihr Vater war Conrad Wolfgang Schnyder, der Erfinder des Handtuchautomaten CWS, ihr Onkel der Regisseur Franz Schnyder (“Ueli der Knecht” und “Gilberte de Courgenay”). Die Tochter hielt es nicht lange in der Schweiz. Nach Studien in Genf und Bologna lernte sie den italienischen Grafen Filippo Theodoli kennen und wanderte 1976 mit ihm nach Miami aus. Das Paar hatte die Magnum-Werft gekauft, für deren Boote Filippo Theodoli bis anhin die Europa-Vertretung innehatte.

 Wendepunkt nach Schicksalsschlag

Der Mann führte die Geschäfte, die Frau war im Hintergrund. Dies war auch die Rollenteilung der Auswandererfamilie aus Europa. Dazu kam, dass das Geschäft mit Power-Booten ein ausgesprochenes Männerbusiness war. Katrin Theodoli konnte selber nicht einmal ein Boot steuern, als sie 1990 das Unglück traf. Ihr Mann starb an Krebs. “Neben Beileidsbekundungen bekam ich fast täglich Kaufangebote für die Werft”, erzählt Katrin Theodoli. “Niemand traute mir als Frau zu, Magnum zu führen”. Dies stachelte den Ehrgeiz der Schweizerin erst richtig an. Sie lernte, wie man, respektive frau, ein Boot steuert, sie behielt die Werft und sie baute die Modell-Palette weiter aus. Der Rest ist Geschichte.

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