Der Berner Bauer Daniel Lehmann ist überzeugt davon, dass die Landwirtschaft die Klimaerwärmung stoppen könnte, wenn die Schweizer Bauern ihre Anbaumethoden anpassen würden. Lehmann setzt seit den 80er-Jahren auf gezielte Massnahmen, um den Humus-Anteil in seinen Böden zu erhöhen. Das hat den Nebeneffekt, dass grosse Mengen klimaschädliches C02 der Atmosphäre entzogen und damit quasi im Boden gespeichert werden. Auf seinen 15 Hektaren Land speichere er jährlich fünf Tonnen C02 sagt Lehmann und beruft sich dabei auf eigene (Humus-)Messungen.

Aufs Pflügen verzichten

Daniel Lehmann macht sich die Eigenschaft von Grünpflanzen zunutze: die Photosynthese. Damit wandeln Pflanzen C02 aus der Atmosphäre in Nährstoffe um. Diese werden von Würmern und anderen Bodenorganismen zu Humus verarbeitet. Je höher der Humus-Gehalt im Boden, desto mehr C02 wurde in den Boden verfrachtet.

In der konventionellen Landwirtschaft verlieren die Böden wegen der intensiven Nutzung meist an Humus. Laut Lehmann braucht es finanzielle Anreize für die Bauern, damit diese die Anbaumethoden entsprechend umstellen. Zentral sind der Verzicht aufs Pflügen, weil damit die Bodenerosion gefördert wird und eine möglichst ganzjährige Bedeckung des Bodens mit Grünpflanzen und im Winter mit Hofdünger oder Ernteresten. 

“Wir Bauern sind von Natur aus grün”

Dass Daniel Lehmann für die SVP im Berner Stadtparlament sass, obwohl ihm Klimapolitik ein Anliegen ist, sieht er nicht als Widerspruch. Als Bauer sei man ohnehin grüner als die Grünen Politiker, “weil das wertvollste Gut für uns der Boden ist”.

Methode wird wissenschaftlich erforscht

 Die Berner Fachstelle für Bodenschutz führt seit vielen Jahren ähnliche Versuche durch. Gemäss dessen Leiter ist Lehmanns Methode “absolut förderungswürdig”, wenngleich man von einem geringeren Klimaeffekt ausgehe.

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