Er ist 82 Kilometer lang und verbindet den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean. Im August 1914 wurde der Panamakanal eröffnet, seither sind mehr als eine Million Schiffe hindurchgefahren. Nun wird das teuerste Bauprojekt der Menschheitsgeschichte erweitert. Wie vor 100 Jahren steht man wiederum vor grossen Problemen.

Mehrkosten von 1,6 Milliarden Dollar und ein Streik

Ein internationales Baukonsortium unter der Führung des spanischen Sacyr-Konzerns erhielt den Autrag, für 5,2 Milliarden Dollar einen neuen Kanal zu bauen, der künftig deutlich grösseren Schiffen die Durchfahrt ermöglicht. Doch kaum begonnen, machte das Konsortium unerwartete Mehrkosten von 1,6 Milliarden Dollar geltend, welche durch die Kanalbehörde übernommen werden sollten. Pikant: das Konsortium war in seiner Offerte mehr als eine Milliarde günstiger, als das nächstbeste Angebot. Im ECO-Beitrag verneint der Projekt-Manager, dass man absichtlich zu günstig offeriert habe. Der Streit um die Mehrkosten bringt Terminverzögerungen mit sich. Hätte der neue Kanal ursprünglich pünktlich zum 100-Jahr-Jubiläum eröffnet werden sollen, spricht man jetzt von Dezember 2015. Doch auch dieses Datum scheint fraglich, denn just als der Reporter eine der grössten Baustellen besucht, wird dort gestreikt.

Mit dem Frachtschiff durchs Nadelör

Der erste von zwei Beiträgen zum neuen Panama-Kanal widmet sich der Frage: wie geht das überhaupt, wie funktioniert die Durchfahrt mit dem Schiff? Die “Adfines East”, ein Stückgutfrachter der Westschweizer Reederei ABC Maritime, transportiert Stahlrohre von Los Angeles in den Golf von Mexiko. Für die Passage durch den Kanal bezahlt die Reederei 100’000 Dollar, dafür spart das Schiff einen Umweg von 30 Tagen, was alleine Dieselkosten von 375’000 Dollar zur Folge hätte. Reporter Daniel Stadelmann begleitet das Schiff auf dessen rund 10stündigen Durchfahrt und zeigt, warum im Kanal nicht der Kapitän, sondern der Lotse das Kommando hat.

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